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Anthonius-Wilde-Orgel

Die alte Wöhrdener "Siegeskirche" besaß schon vor 1593 eine Orgel. Als der Orgelbauer Anthonius Wilde nach Wöhrden gerufen wurde, um ein neues Instrument für die große Kirche zu bauen, hat er aus der vorhandenen Orgel das Material mit verwendet.

Im Jahre 1593 wurde der bereits damals legendäre Anthonius-Wilde aus Otterndorf mit dem Bau einer repräsentativen Orgel für die einstige Hauptkirche der Dithmarscher Bauern beauftragt. Mit drei Manualen, Pedal, Rückpositiv, 32 klingenden Registern und 1757 Pfeifen stellte diese Orgel für eine Kirche, die 46 m lang und 20 m breit war, dazu an der Südseite ein 26 m langes Seitenschiff hatte, ein gewaltiges Instrument dar. Sie gilt heute als größtes und wertvollstes Werk des Otterndorfer Orgelbauers.

In den Jahren 1711, 1788 und 1858 wurde die Orgel jeweils restauriert und führte zuletzt zur völligen Veränderung im klanglichen und technischen Bereich. Von 1958 - 1960 wurde die Orgel von der Lübecker Orgelbauwerkstatt Kemper weitgehend auf den originalen Zustand zurückgeführt.

Noch einmal größere Erneuerungsmaßnahmen wurden 1978 durchgeführt. Die Spielmechanik und Teile der Windanlage wurden erneuert. Die Orgel erhielt eine Gehäusedecke und für das Oberwerk ein Schwellwerk. Zwei neue Register, Trompeten 8' im Hauptwerk und Krummhorn 8' im Rückpositiv, gaben der Orgel mehr Klangfarbe. Das gesamte Pfeifenwerk wurde durch eine neue Intonation wieder dem Barockstil angeglichen. Die Orgel hat heute 33 klingende Register mit 2252 Pfeifen.

Diese letzte Restaurierung hat der Anthonius-Wilde-Orgel von 1593 wesentliche Verbesserungen im Klangcharakter und den Spielmöglichkeiten gegeben. Sie erklingt zur Ehre Gottes und zur Freude der Gottesdienst- und Konzertbesucher.

*)1995 bedarf der gesamte Verputz an den Außenwänden im Inneren der Kirche einer Sanierung. Durch das Mauerwerk nach Innen eindringende Feuchtigkeit verursacht große Schäden am Innenputz. Er wird komplett abgeschlagen, ein spezieller Putzmörtel wieder aufgetragen. Fehler in der Verarbeitung machen alles zunichte.

Der Putz muss total erneuert werden. Obwohl die Orgel in beiden Fällen vollständig abgedeckt ist, dringt Staub und Feuchtigkeit ein. Eine teure Überholung der Orgel ist die Folge. Nur, die nötigen Geldmittel sind zur Zeit leider nicht vorhanden.

Ein am 9. Juni 2001 gegründeter Orgelbauverein will sich der Sache annehmen und das nötige Kapital für eine historische Restaurierung einer der wertvollsten Orgeln unseres Landes beschaffen